Harry und Meghan heiraten – und alle gucken Fußball

Martin Wesson Strongbows Pub
Martin Wesson, Besitzer des Strongbows-Pub in der Schauenburgerstraße, kann mit dem Hype um die royale Hochzeit wenig anfangen.

So richtig im Hochzeitsfieber ist Martin Wesson noch nicht. Der Brite betreibt seit langen Jahren den Strongbows Pub in der Schauenburgerstraße in Kiel und kommt gerade aus England zurück, wo sich die Nation auf die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle vorbereitet. „Die Zeitungen, The Daily Mail, The Sun, sie sind alle voll davon“, berichtet Wesson, „es gibt Kaffebecher, Teller, überall Souvenirs mit Harry und Meghan.“

Ist Prinz Harry noch derselbe Prinz Harry, der als Teenager mit Alkohol-Ekxzessen Schlagzeilen machte, mit 17 Cannabis rauchte und in Boulevard-Blättern der „Party-Prinz“ genannt wurde? Heute ist er 33, erwachsen, hat in der Armee gedient, den Respekt des Volkes wiedererlangt. „Er wird durch diese Vergangenheit normaler, das ist ein richtiger Vorteil für ihn“, meint Martin Wesson. „Solche Dinge hat jeder mal gemacht, man merkt, dass er in der gleichen Welt lebt wie wir alle.“

Umso besser passt zu Harry wohl die zukünftige Prinzgemahlin Meghan Markle: Serien-Schauspielerin, US-Amerikanerin – und dann auch noch geschieden? Das britische Volk akzeptiert sie trotzdem. Das letzte Mal, das ein Mitglied der Royal Family eine Amerikanerin heiratete, ging allerdings nicht gut aus: Als König Edward VIII. 1936 die ebenfalls bereits geschiedene Wallis Simpson heiraten wollte, musste er abdanken und verbrachte den Rest seines Lebens im französischen Exil. „Ich hoffe, wir sind gesellschaftlich ein bisschen weitergekommen seit den Dreißiger Jahren“, kommentiert Martin Wesson trocken.

Am 19. Mai findet die Hochzeit auf Windsor Castle statt, dem Ort, an dem auch Prinz Charles 2005 seine Frau Camilla heiratete. Zu den geladenen Gästen gehören auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. Ein Bekannter Martin Wessons war ebenfalls eingeladen, lehnte aber dankend ab. Der Grund: zu teuer, zu viel Stress. „Er hätte drei verschiedene Outfits gebraucht für Events an drei verschiedenen Tagen. Alles ist genau durchgeplant. Außerdem erwartet seine Tochter ihr Kind, da ist er lieber zuhause geblieben“, berichtet Wesson.

So euphorisch wie bei der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton im Jahr 2011 ist die Nation noch nicht. Das liegt einerseits daran, dass die Hochzeit weniger üppig, weniger politisch ausfällt: Staatsgäste sind nicht eingeladen. Andererseits fällt das Finale der ersten britischen Fußball-Liga auf den Hochzeitstag am 19. Mai. „Die eine Hälfte der Briten wird sich im Fernsehen die Hochzeit ansehen, die andere Fußball“, meint Wesson. Er selber tendiert ebenfalls in Richtung Fußball.

Sendedatum: 19. Mai 2018

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s